Yoga – ‚Ne geile Sache

Allgemein / Gesundheit / Lust

“Den alten Yogis zufolge ist eine gesunde, kraftvolle Sexualkraft die Voraussetzung für geistiges und seelisches Wachstum.”
Reinhard Gammenthaler in SEIN 05/08

Kann Yoga einen Effekt auf das Sexleben haben? Macht er den Sex besser oder gibt es besonders stimulierende oder außergewöhnliche Yoga-Stellungen wie im Kamasutra?

Die Sache ist glasklar! Eine regelmäßige Yogapraxis führt dazu, mehr in sich selbst zu ruhen, den eigenen Körper intensiver und positiver wahrzunehmen, rücksichtsvoller mit sich selbst umzugehen. Das Selbstbewusstsein wird obendrein noch gestärkt. Natürlich möchte ich das nicht verallgemeinern, jemand anderem geht es vielleicht mit Basketball genauso. Aber hier soll es nun um die Wirkung von Yoga gehen und wie Yoga das Sexleben positiv beeinflussen kann.

Yoga kann bei vielen körperlichen sowie geistigen Wehwehchen helfen: z.B. bei Ängsten und Depressionen sowie Gelenkschmerzen und bei hohem Blutdruck. Kein Wunder! Körper und Geist werden in der Yogapraxis stark gefordert und in Einklang gebracht. Man powert sich aus, wird beweglicher und findet Ruhe aus der man Kraft schöpfen kann. In den Alltag nimmt man mit, besser auf sich aufzupassen, achtsamer mit Anderen umzugehen, nicht alles mitzumachen und auch mal auf die Bremse zu treten – selbstbewusst zu sagen: “Nein, das möchte ich jetzt nicht!” Auch den eigenen Körper und Charakter nimmt man wohlwollender zur Kenntnis. Man lernt, sich so zu lieben und zu akzeptieren wie man ist und Dinge, in denen man vielleicht nicht so gut ist, nicht gleich als Mangel zu sehen. Diese wohlwollende Haltung sich selbst gegenüber, kann man dann viel leichter auch seinen Mitmenschen entgegen bringen. Es ist doch ganz einfach: Wenn man sich selbst liebt und sich in seiner Haut wohlfühlt, dann kann man seinen (Sexual-)Partner auch viel besser lieben. Dementsprechend intensiver und schöner wird das sexuelle Erlebnis mit ihm und auch die Lust, es immer wieder zu erleben.

Die regelmäßige Yogapraxis lehrt einen außerdem, im Hier und Jetzt zu leben und den Moment intensiv wahrzunehmen, ihn so zu nehmen wie er kommt. Auch das trägt zu besserem Sex bei. Wer kennt das nicht: eigentlich sollte man sich einfach fallen lassen und den Sex genießen. Doch da geistern solche Gedanken im Kopf herum wie “Sieht das jetzt komisch aus?” “Boah, mein Boss hat mich heute so fertig gemacht…” “Hoffentlich kommt er diesmal nicht zu früh.” oder gar “Was soll’s morgen eigentlich zum Abendessen geben?!”
Im Yoga lernt man das Meditieren, Gedanken kommen aber vor allem auch schnell wieder ziehen zu lassen und nicht an ihnen festzuhalten, wenn man eigentlich gerade etwas anderes tut, wie z.B. Sex mit einem geliebten oder zumindest sympathischen Menschen hat. Eben den Moment leben.

Das auf mentaler Ebene. Doch auch die physische Ebene bleibt nicht unbeeinflusst. Mehr Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit, weniger Schmerzen (Rücken, Gelenke, Hüften,…) tragen sicherlich ebenso ihren Teil zu besserem Sex bei. Manch einer wird vielleicht experimentierfreudiger und lässt sich auf Neues ein was einen Riesenspaß machen kann, Männer kommen nicht so schnell, Frauen können besser loslassen und die nötigen Muskeln im Beckenboden aktivieren, um mehr zu spüren und dementsprechend größere Chancen auf einen Orgasmus zu haben. Die Liste könnte man wahrscheinlich endlos weiterführen…

Im Grunde ist das Ganze ein Kreislauf, denn die Yogapraxis verhilft zu einem besseren Körpergefühl, macht glücklich und geerdet und führt damit zu mehr Lust und besserem Sex. Guter Sex macht noch glücklicher, kreativer und selbstbewusster und vor allem Lust auf mehr! Also habt euch lieb und hört bitte nie auf damit!

Kundalini Yoga ist eine Form des Yoga, die sehr sinnlich ist und sich vor allem dem Beckenboden, den Hüften und dem Genitalbereich widmet, ohne dabei anzüglich oder unangenehm zu werden. Wer kein Problem damit hat, aus voller Brust die abgefahrendsten Laute zu tönen und immer wieder an sein “Mula Bandha” erinnert zu werden, der sollte es auf jeden Fall mal ausprobieren. Ich finde diesen Yogastil sehr inspirierend und energetisierend!

Wenn ihr es mal ausprobiert habt, lasst es mich wissen. Gern als Kommentar oder per Mail.

Zum Thema, sehr spannend: Robin Pratap hat bei asanayoga wertvolle Infos sowie eine Yoga-Sequenz für besseren Sex zusammengestellt.

Glossar: Mula Bandha
Mula Bandha heißt soviel wie Schließmuskel zusammenziehen. Also im Grunde kann man sich vorstellen, mit dem Anus eine Walnuss zu knacken. Das hat auch Auswirkungen auf den Beckenboden und alles drum herum, was automatisch mit angespannt wird. Während dem Sex ausgeführt, bemerkt Frau sowie Mann sofort, dass etwas anders ist.

Quelle: aboutyoga.in
Quelle: aboutyoga.in


Nachgelesen hier:
HEALTHbeat, 22.06.2010
SEIN, 05/08
yoga aktuell No. 88, 05/14 

1 Kommentare

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