Schluss mit der Pille?

Gesundheit / Pille / Verhütung

Quelle: womenshealth.de

Jede Frau hat schon mal eine Zeitlang die Pille genommen. So kommt es mir zumindest vor. Auch ich. Sie ist ein sehr weit verbreitetes Medikament. Wenn ich mich richtig erinnere, begann ich mit 15 oder 16 die Portion Extra-Hormone zu schlucken. Weil ich Sex haben wollte? Nö. Ich nahm sie einzig und allein wegen meiner schlimmen Regelschmerzen. Mit 19 sagte ich das erste Mal „Scheiß drauf“. Ich weiß heute leider nicht mehr wieso… Woran ich mich aber noch erinnere: Es dauerte mehrere Monate bis ich überhaupt wieder meine Periode bekam. Das allein ist eigentlich schon alarmierend und zeigt wie sehr die Pille einen Eingriff in den Hormonhaushalt und in natürliche Körperfunktionen bedeutet, schließlich verhindert sie den Eisprung. Eindeutig muss sich der Körper erstmal davon erholen, wenn ihm der Stoff entzogen wird.

Ich finde, dass Gynäkologen viel zu schnell zum Rezept greifen und die Pille nicht nur als Verhütungs-, sondern oft auch als Schmerzmittel und Kosmetikartikel verschreiben. Sie hilft ja scheinbar bei jeglichen Teenie-Problemen, auch bei Pickeln am Kinn… Als die Pille neu eingeführt wurde, das Thema Sex und vor allem Empfängnisverhütung in der Gesellschaft noch ein großes Tabu darstellte, haben Ärzte die Pille unter dem Deckmantel der Linderung von Regelbeschwerden verschrieben. Heute ist das nicht mehr nötig. Die Pille zu nehmen ist so gewöhnlich wie täglich die Unterhose zu wechseln und jeder weiß, dass sie Schwangerschaften verhindert. Trotzdem wird Mädchen schon sehr früh die Pille empfohlen, um unerwünschten Pubertätssymptomen entgegen zu wirken. Wäre es nicht viel sinnvoller, zu lernen mit Problemen umzugehen, anstatt sie zu unterdrücken?

Meinen zweiten Pillen-Anlauf unternahm ich dann vor allem Verhütungsmotiviert… Da meine Regelschmerzen nach wie vor unerträglich waren und ich zusätzlich in der “Pillenpause” unter starken Kopfschmerzen litt, riet mir meine damalige Frauenärztin: “Nimm die Pille doch einfach durch.” Das passte mir wunderbar in den Kram. So brauchte ich mich 3 Monate am Stück nicht mit meiner Periode herumzuärgern. Ist ja echt nicht übel, nur 4 Mal im Jahr seine Tage zu haben! Die Blutung in der “Pillenpause” ist ja ohnehin keine Periode in dem eigentlichen Sinn, sie ist eine Entzugsblutung und hat nichts mehr mit dem Eisprung oder Ähnlichem zu tun. Irgendwann vergaß ich nach der “Pillenpause” wieder von Neuem zu beginnen und nahm das als Anschub, einfach ganz mit der Pille aufzuhören. Seitdem geht es mir nicht viel schlechter oder besser, würde ich sagen. Ich fühle nur viel mehr, was in meinem Körper vor sich geht und weiß immer ungefähr wo ich mich in meinem Zyklus gerade befinde. Klar, ich habe ja auch wieder einen! Meine Sensoren sind auf Empfang…

Ich beobachte zu meiner Freude, dass immer mehr Frauen in meinem Alter die Pille absetzen. Und das nicht nur, weil jetzt alle anfangen Kinder zu machen! Sie sprechen davon, dass sie sich damit irgendwie besser fühlen. Eine Freundin erzählte mir, sie fühle sich wieder mehr als Frau, seitdem sie die Pille abgesetzt habe. Die hormonbedingten Stimmungsschwankungen und die stärkeren Regelbeschwerden nehme sie gern in Kauf, denn diese gehörten eben dazu, Frau zu sein. Ich finde, das beschreibt es ziemlich treffend! Sicher gibt es unter den Frauen auch große Unterschiede, manche sind viel “hormonfühliger” als andere. Auch deswegen glaube ich, dass es vor allem für diejenigen einen Versuch Wert ist, die schon seit ihrer frühen Jugend die Pille pausenlos genommen haben, sie einmal weg zu lassen und zu spüren, was sich verändert… Und wer Angst hat – es gibt auch noch andere nicht hormonelle Verhütungsmittel, die ähnlich sicher sind! Wer weiß, wie ein Kondom benutzt wird und welche Größe es haben muss, der kommt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch kinderlos über die pillenlose Zeit hinweg 😉

Facts
Die Pille ist seit 1960 als Verhütungsmittel in den USA auf dem Markt, in Deutschland wurde sie 1961 eingeführt. Sie wurde von Gregory Pincus und John Rock entwickelt. Das Projekt wurde von Frauenrechtlerin Margaret Sanger unterstützt.
Die Pille enthält eine Hormonkombination (variiert je nach Präparat), die für die Verhinderung des Eisprungs sorgt. Darüber hinaus verändert sich der Schleim im Gebärmutterhalskanal, sodass eine Barriere für Spermien entsteht.

Glossar: Pillenpause
Bei vielen Pillenpräparaten ist es so, dass auf 21 Tage mit Pille 7 Tage ohne folgen (diese Zahlen können variieren). In dieser Pause erfolgt dann eine sogenannte “Abbruchblutung”, da die Hormonzufuhr ausgesetzt ist.

Zum Thema, sehr sehenswert: Die Dokumentation “50 Jahre Pille – Karriere ohne Knick?” (ARTE)
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Was sind deine Erfahrungen mit der Pille? Erzähl mir davon, gern in den Kommentaren oder per Mail.

2 Kommentare

  1. Amelie sagt

    Super empfehlenswerte Alternative für junge Frauen: die Kupferkette (hormonfrei :)

    • Naomi sagt

      Danke dafür, Amelie. :)
      Darüber müssen wir unbedingt mal sprechen. Vielleicht hat jemand ja schon Erfahrung damit oder kennt jemanden?

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